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Partner interessiert sich für Pille für den Mann

Die Antibabypille der Frau ist eines der bequemsten Verhütungsmittel und wird von 53 Prozent der Frauen zwischen 18 und 49 verwendet. Die großen Vorteile der Pille liegen in einem hohen Einnahmecomfort und einem sehr geringen Risiko für eine Schwangerschaft, wenn die Pille wie vorgeschrieben eingenommen wird.

Lässt sich diese Verhütungsprinzip nun auch auf Männer übertragen? Die Vorteile wären eine sichere Verhütungsmethode, die sich auch anwenden lässt, wenn die Partnerin, beispielsweise aufgrund eines erhöhten Thromboserisikos, keine Antibabypille einnehmen kann oder möchte und auf die Verwendung von Kondomen verzichtet wird. Präparate zur Schwangerschaftsverhütung für den Mann erlauben diesem zudem selbst mehr Verantwortung in der Familienplanung zu übernehmen und die Partnerin vor Nebenwirkungen der Antibabypille zu bewahren.

Unterschiedliche Probleme in der Entwicklung haben bisher jedoch die Marktreife einer solchen Pille für den Mann weitgehend verhindert.

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Was ist die Pille für den Mann?

Die Pille für den Mann wird stellvertretend für eine ganze Gruppe an Präparaten verwendet, die vom Mann angewendet werden und nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft verhindern sollen. Bisher gibt es lediglich unterschiedliche Ansätze, wie dies gelingen kann, wobei ein Durchbruch noch auf sich warten lässt.

Dabei versteht man unter Pille für den Mann nicht nur oral einzunehmende Medikamente sondern auch Implantate oder Gels, die eine mechanische Barriere für die Spermien erzeugen.

Aufgrund chemischer Besonderheiten des männlichen Geschlechtshormons Testosteron ist es bisher noch nicht gelungen eine wirksame Testosteron-Tablette herzustellen. Testosteron-Spritzen wurden erforscht und werden ebenfalls unter dem Überbegriff "Pille für den Mann" zusammengefasst.

Welche Ansätze für die Pille für den Mann werden derzeit verfolgt?

Die Pflanze Gendarussa

Die aktuell vielversprechendste Forschung zu dem Thema Verhütung für den Mann wird in Indonesien von dem staatlichen Pharmakonzern Indofarma durchgeführt. Die Ansatzpunkte sind dabei die Wirkstoffe der natürlich vorkommenden Pflanze Gendarussa (Justicia gendarussa) aus Indonesien, die dort bereits seit mehreren 100 Jahren als Tee zur Verhütung von Männern verwendet wird. Die Wirkung entfaltet die Pflanze aufgrund der Hemmung bestimmter Enzyme, welche für das Eindringen des Spermiums in die Eizelle notwendig sind.

Es erfolgt bei dieser Methode der Verhütung also kein Eingriff in die eigentliche Reifung der Spermien. Nach Absetzten des Präparats soll aus diesem Grund relativ schnell und sicher eine normale Befruchtung und damit Schwangerschaft möglich sein.

Mechanische Verhütung

Eine andere Forschungsgruppe beschäftigt sich mit einer mechanischen Verhütung, welche einen zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft gewähren soll. Das sogenannte Vasalgel wird in den Samenleiter gespritzt und lässt nur Flüssigkeit, nicht jedoch die größeren Spermien, hindurch. Auf diese Weise kommt es beim Orgasmus zur Ejakulation, ohne dass Spermien die Eizelle der Frau erreichen können.

Besteht jedoch ein Schwangerschaftswunsch oder soll die Verhütungsmethode gewechselt werden, wird eine Lösungsflüssigkeit in den Samenleiter injiziert und das Gel löst sich auf. Auf diese Weise scheint es zu keiner signifikanten Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit zu kommen. Jedoch stehen auch hier noch endgültige klinische Studien aus, um eine realistische Bewertung der Risiken vornehmen zu können.

Testosteron-Substitution über Spritzen

Eine weitere Verhütungsmethode ist die Beeinflussung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse, wie sie auch im Falle der Antibabypille angewandt wird. Für den Mann hieße dies eine Testosteron-Substitution über Spritzen, welche in regelmäßigen Abständen verabreicht werden müssten. Aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen wie Depression in über 10 Prozent der Fälle wurden 2011 die Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abgebrochen, weshalb eine Weiterentwicklung dieser Verhütungsmethode in nächster Zeit nicht zu erwarten ist.

Reduktion der Retinsäure

Ein anderer Ansatz beschäftigt sich mit der Reduktion von Retinsäure durch den Hemmstoff BMS-189453, welcher ursprünglich zur Behandlung von Hautkrankheiten entwickelt wurde. Retinsäure ist eine Form des Vitamin A, welche für eine Entwicklung der Spermien essentiell ist. Durch die Verringerung des Retinsäurespiegels hofft man die Funktion und Entwicklung der Spermien signifikant einzuschränken und damit eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu verhindern.

Was sind die Vorteile der Pille für den Mann?

Durch die Verhütung über eine Pille oder Spritze kann eine Schwangerschaft verhindert werden, wenn keine anderen Verhütungsmethoden zur Verfügung stehen oder die Partnerin aufgrund von Nebenwirkung der Antibabypille von einer Einnahme dieser absehen möchte. Zudem ergibt sich durch entsprechende Präparate für den Mann die Möglichkeit, die Verantwortung eines funktionieren Schwangerschaftsschutzes selbst zu tragen, falls er keine Kondome verwenden kann oder möchte. Dies kann vor allem bei häufig wechselnden Geschlechtspartnerinnen sinnvoll sein, wenn die Verhütungssituation nicht abschließend geklärt ist.

Was sind die Nachteile der Pille für den Mann?

In Studien, die eine Testosteron-Substitution mit einer Spritze für den Mann untersucht haben, gaben die Patienten Stimmungsschwanken, Akne, verringerte oder gesteigerte Libido und Gewichtszunahme an. Die Nebenwirkungen waren schließlich so ausgeprägt, dass die Studie beendet wurde, wobei eine ähnliche Rate an Nebenwirkungen auch bei der herkömmlichen Antibabypille bei Frauen auftritt und toleriert wird.

Die Nebenwirkungen der anderen beschriebenen Ansätze werden zur Zeit gerade in unterschiedlichen Studien untersucht. Insbesondere im Hinblick auf die Fruchtbarkeit nach Absetzen des Präparats müssen Langzeitergebnisse abgewartet werden.

Wird es in der nächsten Zeit eine Pille für den Mann auf dem Markt geben?

Aufgrund der stagnierenden Forschung auf dem Gebiet der schwangerschaftsverhütenden Präparate beim Mann, ist in der nächsten Zeit nicht mit einem zufriedenstellenden Medikament mit einer ähnlichen Sicherheit wie der Antibabypille bei der Frau zu rechnen.

In Indonesien wird aktuell ein Zulassungsverfahren im Rahmen des National Population and Familiy Planning Boards (BKKBN) für ein Präparat vorangetrieben, welches die enzymhemmenden Substanzen der Justicia gendarussa enthält. Eine Zulassung auf dem europäischen oder amerikanischen Markt ist allerdings durch deutlich härtere und längere Zulassungsverfahren erst in über zehn Jahren zu erwarten.

Lediglich das Vasalgel befindet sich zurzeit in der klinischen Testung und soll bereits 2018 in Deutschland auf den Markt kommen. In den USA wird sogar bereits ein Jahr früher mit der Zulassung gerechnet.

Wie sicher wäre die Pille für den Mann?

Die Sicherheit der jeweiligen Präparate unterscheidet sich nach dem Wirkmechanismus und kann noch nicht abschließend bewertet werden.

Erste Studien an Kaninchen haben jedoch eine sehr gute Wirksamkeit des Vasalgels gezeigt und die Medikamente auf Basis der Justicia gendarussa scheinen genauso sicher zu sein wie die herkömmliche Antibabypille. Ein ähnlich gutes Ergebnis hinsichtlich der Wirksamkeit wurde bei der Anwendung von Testosteron-Spritzen verzeichnet. Diese Ergebnisse müssen jedoch noch in Langzeitstudien überprüft werden.

Von im Internet angebotenen Präparaten ohne Zulassung ist jedoch unbedingt abzusehen, da ein ausreichender schwangerschaftsverhütender Schutz und eine gute und nebenwirkungsarme Verträglichkeit nicht garantiert ist. Vielmehr sollten bekannte Verhütungsmittel verwendet werden, bis eine eindeutige Studienlage für kontrazeptive Präparate für den Mann verfügbar ist.

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Quellen:

  • M. Stauber, T. Weyerstahl et al.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, 2. aktualisierte Auflage, Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, 2005
  • Dinger, J., Do Minh, T., & Heinemann, K. (2016). Impact of Estrogen Type on Cardiovascular Safety of Combined Oral Contraceptives. Contraception.
  • J. Rassow, K. Hauser et al.: Duale Reihe Biochemie, 3. Auflage, Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG, 2012
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