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Vaginismus bezeichnet eine unwillkürliche Verkrampfung von Teilen oder der gesamten Scheide (Vagina). Diese Verkrampfung kann sehr schmerzhaft sein und Geschlechtsverkehr unmöglich machen. Vaginismus kann zahlreiche Ursachen haben, und es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Was ist Vaginismus?

Die weibliche Scheide (Vagina) ist ein von Schleimhaut ausgekleideter Muskelschlauch, der den äußeren Scheideneingang mit dem Muttermund verbindet. Bei von Vaginismus betroffenen Frauen ist das Eindringen des Penis, eines Fingers oder eines Gegenstands in die Scheide durch den Scheidenkrampf unmöglich. Oft gelingt auch keine gynäkologische Untersuchung. Wird die Penetration in die Scheide dennoch probiert, empfindet die betroffene Frau dies als sehr schmerzhaft. In den amerikanischen Klassifikationskriterien für Erkrankungen (DSM-V) werden Vaginismus und Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr) unter der Bezeichnung genito-pelvine Schmerz-Penetrationsstörung zusammengefasst. Man spricht von einem primären Vaginismus, wenn bei einer Frau bisher noch nie eine vaginale Penetration möglich war. Meist wird der primäre Vaginismus in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter festgestellt, weil vorher naturgemäß keine Penetrationsversuche unternommen wurden. Beim sekundären Vaginismus ist es der betroffenen Frau in der Vergangenheit möglich gewesen, Geschlechtsverkehr oder das Eindringen eines anderen Objekts in die Scheide zuzulassen.

Welche Ursachen kann Vaginismus haben?

Man unterscheidet zwischen organischen und psychischen Ursachen für Vaginismus. Meistens liegen psychische Faktoren dem Vaginismus zu Grunde, aber vorher ist es sehr wichtig, dass organische Ursachen ausgeschlossen werden. Organische Ursachen für die Unmöglichkeit der Penetration können z.B. ein persistierendes, festes Jungfernhäutchen (Hymen) oder eine blind endende, kurze Schneide sein (Vaginalatresie). Operationen oder Bestrahlungen im Intimbereich führen ebenfalls zu Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Auch Endometrioseherde (Wucherungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter) können so schmerzhaft sein, dass Geschlechtsverkehr unmöglich wird. Gleiches gilt für mögliche Verletzungen nach einer vaginalen Entbindung. Auch Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilze oder autoimmune Entzündungen können Geschlechtsverkehr unmöglich machen.

Psychisch können möglicherweise starke Schuldgefühle (z.B. durch eine nicht erfolgte sexuelle Aufklärung) bezüglich des Wunsches nach Sexualität vorhanden sein, die dazu führen, dass der Sexualverkehr unwillkürlich verhindert wird. Auch traumatische Erfahrungen, wie z.B. ein sexueller Missbrauch oder eine sehr negative Beziehungserfahrung können einen Vaginismus verursachen. Meist lässt sich nicht ein einziger verursachender Faktor für den Vaginismus finden, sondern eher ein Zusammenspiel mehrerer ungünstiger Faktoren. Im Rahmen einer Psychotherapie kann ein solches Erklärungsmodell erstellt werden.

Wie wird Vaginismus behandelt?

Bei der Behandlung des Vaginismus sollten zunächst alle organischen Ursachen abgeklärt und gegebenenfalls medizinisch behandelt werden. Nachdem dies geschehen ist oder – falls eine organische Behandlung sich zeitlich länger streckt – können verschiedene weitere Therapien erfolgen. Eine Möglichkeit zur Behandlung ist die vaginale Dilatation. Dafür werden spezielle Dilatatorsets verkauft, die verschiedene Größen beinhalten. Die betroffene Frau kann damit ihre Scheide nach und nach weiten, indem sie die Dilatatoren, beginnend mit einem kleinen Dilatator, in die Scheide einführt und dabei versucht, sich möglichst zu entspannen.

Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte Beckenboden-Physiotherapie. Mit speziellen Übungen zur An- und Entspannung sowie teilweise auch Biofeedback-Übungen, bei denen die Betroffene über einen Sensor direkte Rückmeldung bekommt, wenn der Beckenboden stark angespannt ist, kann eine Milderung des Vaginismus herbeigeführt werden.

Medikamentös gibt es keine Therapieoptionen, deren Wirksamkeit durch kontrollierte Studien belegt ist. Es gibt jedoch Fallbeschreibungen, bei denen die Anwendung von lokalanästhetischen Gels (z.B. mit Lidocain) oder Injektionen mit Botulinumtoxin zufriedenstellenden Geschlechtsverkehr ermöglichten.

Da dem Vaginismus oft psychische Faktoren zu Grunde liegen, wird häufig empfohlen, eine ambulante Psychotherapie zu machen. Inhalte der Therapie sind die Aufklärung über das Krankheitsbild, oft auch gemeinsam mit dem Partner und die Suche nach möglichen individuellen Ursachen. Da es bisher keine kontrollierten Studien darüber gibt, welche Therapien bei Vaginismus am wirksam sind, ist es ratsam, verschiedene Therapieoptionen miteinander auszuprobieren und diese ggf. zu kombinieren. Dies sollte in Absprache mit einem auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt erfolgen.

Wie sehen Therapieerfolge bei Vaginismus aus?

Ein Therapieziel in der Behandlung des Scheidenkrampfes ist es, Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Dabei dürfen jedoch nicht die Gefühle und Empfindungen der betroffenen Frau außer Acht gelassen werden. Letztlich geht es darum, die Patientin auf dem Weg zu einer befriedigenden und als erfüllend und schön erlebten Sexualität zu begleiten. Dafür sind zum einen einfühlsame Behandler notwendig, als auch die offene Kommunikation der betroffenen Frau über die sexuellen Probleme. Dies erfordert viel Mut von der Patientin. Hilfreich ist es sicher, zu wissen, dass viele Paare Probleme im Bereich der Sexualität haben. Dieses offen zu thematisieren, kann bereits ein erster Schritt in Richtung einer erfüllten Sexualität sein.

Rezept und Medikament zur Verhütung

Quellen:

  • Sims, M. J. (1861). On vaginismus. Transactions of the Obstetrics Society of London3, 356-367.
  • Reissing, E. D., Brown, C., Lord, M. J., Binik, Y. M., & Khalife, S. (2005). Pelvic floor muscle functioning in women with vulvar vestibulitis syndrome. Journal of Psychosomatic Obstetrics & Gynecology26(2), 107-113.
  • Frasson E, Grazziotin A, Priori A et al.: Central nervous system abnormalities in vaginismus. Clin. Neurophysiol. 120, 117–122 (2009).
  • Payne, K. A., Bergeron, S., Khalifé, S., & Binik, Y. M. (2006). Assessment, treatment strategies and outcome results: Perspective of pain specialists. Women’s sexual function and dysfunction: Study, diagnosis and treatment, 471-479.
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